Es war einmal ein kampfeslustiger Ritter, der Tagein, Tagaus mit seinem weißen Schimmel über die Felder ritt. Er hob dabei sein Schwert hoch in die Luft, jederzeit bereit, um anzugreifen. Selbst der starke Gegenwind konnte ihm nichts anhaben. Im Gegenteil, er liebte Herausforderungen. Je schwerer etwas war, umso besser. Seine stabile Rüstung schenkte ihm Schutz und Vertrauen. Vertrauen darauf, dass ihm niemals etwas geschehen würde. Er hatte den starken Glauben, stets auf alles vorbereitet zu sein. „Angriff ist die beste Verteidigung!“ war sein Lieblingsspruch.
Es gab für ihn nichts Schöneres, als stundenlang nach Feinden Ausschau zu halten. Er brauchte das, wie die Luft zum Atmen. „Bist Du es nicht leid, ständig durch die Gegend zu reiten, in dieser schweren Rüstung?“, wurde er hin und wieder gefragt. „Ein Ritter kennt keinen Schmerz!“, war dann seine Antwort.
Er redete generell nicht viel und mit anderen Menschen wollte er sowieso nichts zu tun haben. Er machte einfach sein Ding und war am liebsten alleine. Sein Pferd, das er auf seine Art liebevoll „Mein Kampfross“ nannte, war sein einziger treuer Begleiter und das sollte auch so bleiben. Die Suche nach Herausforderungen forderte all seine Aufmerksamkeit, da hatte er keine Nerven sich auch noch mit anderen Dingen oder Menschen zu beschäftigen. Das hielt nur auf.
Eines Tages, während er wieder einmal über die Felder raste, sah er einen jungen Mann, einige hundert Meter von ihm entfernt, alleine auf einer grünen Wiese stehen. Er war noch zu weit weg um Einzelheiten zu erkennen, aber er konnte sehen, dass dieser etwas in den erhobenen Händen hielt. Dieses Ding funkelte und glitzerte golden in der Sonne, während er es hin und her drehte.
Obwohl er sich von anderen Menschen eher fernhielt, war der Ritter nun doch zu neugierig. Er musste einfach wissen, was dieser Jüngling dort in seinen Händen hielt. Was könnte so eine Strahlkraft besitzen? Er tat also, was er sonst nie tat, änderte seinen üblichen Kurs und ritt auf den jungen Mann auf der Wiese zu.
„He, was hast Du da?“, schrie er aufgeregt durch den Wind, noch bevor er zum Stehen kam.
Der junge Mann vor ihm ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, er zuckte nicht einmal zusammen, obwohl es jedem anderen in seiner Situation sicher einen Schreck in die Glieder gejagt hätte, so wie dieser grimmige Ritter mit erhobenem Schwert auf ihn zugeritten kam.
Nein, er betrachtete weiterhin andächtig dieses goldene Ding in seiner Hand. Es sah aus wie eine übergroße Münze. In seiner Mitte war ein 5-zackiger Stern eingraviert. Der Ritter hatte noch nie so etwas Sonderbares gesehen. Er war so fasziniert, dass er sogar von seinem Pferd abstieg und das Schwert unbemerkt auf der Wiese fallen ließ. Er wollte unbedingt dieses Ding anfassen. Es übte eine magische Anziehung auf ihn aus. Fast wie hypnotisiert ging er auf den jungen Münzenmann zu.
„Was ist das? Es ist wunderschön!“, sagte er. Der Klang seiner Stimme hatte sich verändert. Er sprach nun ruhig, fast in einem sanften Singsang.
Der junge Mann vor ihm nahm auch jetzt nicht den Blick von diesem wunderschönen goldenen Glitzerding, während er antwortete: „Das ist das Leben.“
„Soso, das Leben….“ – Mit offenem Mund starrte der Ritter auf die Münze. In seinem Kopf wurde es plötzlich ganz ruhig. Und dabei war es dort drinnen sonst so unglaublich laut. Seit Jahren konnte er nicht mehr richtig schlafen, ständig gingen ihm Gedanken und Pläne durch den Kopf. Schließlich musste das Land beschützt und das Territorium verteidigt werden.
Doch nun, wie er so vor diesem goldenen Wunderding stand, wurde er ganz andächtig und es breitete sich absolute Zufriedenheit in ihm aus. Er fühlte sich plötzlich so getragen, so beschützt. Er spürte in sich ein noch nie dagewesenes Gefühl von Sicherheit. Es gab nun nichts mehr zu verteidigen, denn alles war gut.
Da standen sie nun, andächtig nebeneinander, und blickten mit einem zufriedenen Lächeln auf die goldene Münze.
„Weißt Du,…“, ergriff der Münzenmann nach einer ganzen Weile das Wort, „Ich betrachte diese Münze nun schon sehr lange, aber ich weiß noch immer nicht, wozu sie da ist.“
„Ist das nicht egal?“, antwortete der Ritter. Nanu, das war ja nun wirklich eine sehr untypische Antwort von ihm, wo er doch sonst alles analysieren und hinterfragen musste.
„Ja, Du hast Recht, eigentlich schon…..und dann auch wieder nicht.“, sprach der Münzenmann. „Es muss doch einen Grund haben, das sie hier ist. Sie will uns sicher etwas sagen.“, fuhr er fort.
„Mhhhmmm….“, brummte der Ritter. Sein Verstand schien noch immer in einen seltsamen Schlaf gefallen zu sein. Doch plötzlich blitzte innerlich ein Bild in ihm auf. Für einen winzig kleinen Moment sah er einen riesigen Baum vor sich. Einen Lebensbaum, deren kräftige Wurzeln sich tief in die Erde erstreckten und sich dort ausbreiteten.
Kaum war dieses Bild vor dem inneren Auge des Ritters aufgetaucht, begann die Münze zu vibrieren. Vor Schreck ließ der Münzenmann sie ins grüne Gras fallen. Kaum unten angekommen, wuchs aus der Mitte der Münze etwas heraus. In der nächsten Sekunde konnten der Ritter und der junge Mann neben ihm zusehen, wie sich aus einem kleinen grünen Blatt innerhalb kurzer Zeit ein großer Baum formte.
Nur einen Augenaufschlag später stand ein riesiger Baum direkt vor ihnen. Er war wunderschön. So einen kraftvollen, riesigen Baum hatten die beiden Männer niemals zuvor zu Gesicht bekommen.
Während sie andächtig und staunend die Köpfe in den Nacken warfen, wiegte sich der Baum sanft hin und her, was äußerst seltsam war, denn um sie herum war es absolut windstill.
Die beiden Männer sahen sich in diesem Moment das erste Mal staunend in die Augen, doch keiner sprach ein Wort.
Im nächsten Augenblick erklangen mehrere Stimmen. Es schien, als würden die Blätter ihnen melodisch zurufen:
Schaut her, seht uns an, wir sind gekommen,
Haben euch geführt, geleitet, mitgenommen,
In eine Welt voller Magie,
Daran geglaubt hättet ihr vorher nie.
Eine Münze, bewundert, gehalten in den Händen,
Betrachtet, erforscht, mit drehen und wenden.
Das Leben darin erkannt, doch wie kann das sein?,
Eine Ahnung, ein Gedanke, eher klein und fein.
Der Verstand, sonst so fordernd, wirr und laut,
Plötzlich so leise, das ist neu, nicht vertraut.
Doch so soll das Leben eigentlich sein,
Lass die Gedanken draußen und das Gefühl herein.
Seht die Schönheit in all den Dingen,
Lasst los, hört auf zu wollen, zu bezwingen,
Denn es ist alles da, ihr seid versorgt,
Stets beschützt, an jedem Ort.
Habt Vertrauen, lasst euch drauf ein,
Öffnet die Tür und es kommt herein,
Eine Münze, das Leben in eurer Hand,
Stets offen für Neues, ohne Hast, ohne Kampf.
Dann wurde es ruhig, die Blätter hörten auf sich zu bewegen und der Baum löste sich ganz langsam vor ihren Augen auf.
Die beiden Männer blickten sich an. Der Ritter ergriff das Wort und sagte: „Jetzt ist Deine schöne Münze weg.“. Der junge Mann erwiderte: „Ach, das macht nichts. Ich erschaffe mir einfach eine Neue, wenn ich sie brauche.“ „Wie meinst Du das?“, fragte der Ritter verwundert. „Na spätestens, wenn der nächste von Deiner Sorte gehetzt übers Feld reitet, das Schwert in den Himmel gestreckt und das Gesicht angestrengt verzogen, weiß ich, dass es Zeit für die nächste Münze ist.“
Mit einem: „Gehab Dich wohl!“, schüttelte er dem verdutzten Ritter lächelnd die Hand, drehte sich um und ging fröhlich pfeifend über die saftige Wiese davon.
~ENDE~
Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.