Herzfalter

Ein Abschied

Angst vor Kontrollverlust & vom Prozess die Kontrolle loszulassen

Kontrollverlust Lebenshilfe Herzfalter Blog
© monicore/www.herzfalter.de

Etwas in mir stirbt gerade. Ich muss oft weinen, bin sehr traurig. Es fühlt sich wirklich wie ein Abschied oder Kontrollverlust an.

Aber ein Abschied wovon?

Ich weiß es nicht, aber es scheint ein Teil von mir zu sein, der jetzt nicht mehr gebraucht wird. Ein Teil, den ich ablegen muss, damit ich weiter komme. Aber es fühlt sich an, als müsste ich mein geliebtes Stofftier zurück lassen, damit ich wachsen und reifen kann. Es würde mich nur ablenken, behindern auf meinem Weg.

Die Zeit scheint jetzt einfach reif für einen Abschied. Doch es tut so weh.

Ich will mein Stofftier nicht zurück lassen. Ich will nicht erwachsen werden.

Ich merke, wie sich mein Hals zuschnürt und die Tränen laufen. Ich lasse es zu und gebe mich der Trauer hin. Es fühlt sich wirklich so an, als wäre ich auf einer Beerdigung.

Auf dem Sarg liegt mein Teddy und ich fühle mich irgendwie einsam.

Da bin nur ich auf dem Friedhof. Es ist so still. „Da muss ich jetzt alleine durch. Das ist mein Prozess.“ kommt dann in meinen Kopf. Als nächstes Bild zeigt sich mir eine Raupe, die im Kokon hin und her zappelt. Alles ist so eng, sie ist auch alleine und hat Angst, weil sie nicht weiß, was als nächstes passiert.

Darf ich jetzt lernen die Kontrolle aufzugeben?

Ich liebe Struktur und Ordnung. Bei mir muss alles gut geplant und vorbereitet sein. Das machte bisher mein Leben so viel einfacher, dachte ich jedenfalls. Doch ich spüre, dass genau das jetzt vorbei geht und das ist sehr schwer für mich. Eigentlich hatte ich noch nie wirklich Kontrolle über mein Leben, das weiß ich heute, aber es fühlte sich für mich immer so an. Doch davon darf ich mich jetzt verabschieden.

An diesem Gefühl der Kontrolle habe ich mich die meiste Zeit meines Lebens, zumindest seit ich erwachsen bin, festgehalten. Es gab mir Sicherheit, Schutz, Zuflucht und Vertrauen (wie mein geliebter Teddy, den ich als Kind hatte). Hatte ich damals das Gefühl die Kontrolle zu verlieren, dann landete dieser auch mal gerne an der Wand. Doch kaum sah ich ihn dort unten so am Boden liegen, bekam ich Mitleid und drückte ihn sofort wieder weinend an mein Herz und entschuldigte mich.

Angst vor Kontrollverlust  tut weh, aber das gehört zum Reifungsprozess dazu. Erst wenn ich mich trenne, kann ich Neues empfangen. Und genau in dieser Phase, zwischen Sterben und Werden, befinde ich mich anscheinend gerade.

Ich merke sogar körperlich, dass die alten Muster nicht mehr funktionieren wie früher. Die Schritte, die ich bisher gegangen bin, um die vermeintliche Kontrolle zu bewahren, laufen so nicht mehr. Der Körper fühlt sich dann zu eng an, schwer und dumpf. Da ist kein Schwung mehr drin und das hat so keine Zukunft.

Die Schwingung hat sich geändert, die Tonlage ist eine andere.

Wenn ich so weiter mache wie bisher, dann klingt das schief und tut in den Ohren weh. Ich höre förmlich das Kreide-Quietschen an der Tafel, zucke zusammen und halte mir die Ohren zu.

Dieser Schwebezustand ist teilweise sehr schwer zu ertragen und man fühlt sich so allein. Selbst wenn man liebe Menschen um sich hat, mit denen man diese Gefühle teilen könnte, es bleibt doch der eigene Prozess, den uns keiner abnehmen kann. Da müssen wir alleine durch.

Vielleicht verlängern wir diese Phase der Verzweiflung nur, eben weil wir uns festklammern, am geliebten und vertrauten Stofftier, der „beschützenden Kontrolle“. Je weniger wir es akzeptieren, umso schwerer und länger wird der Abschied. Doch weil wir oft nicht wissen, was genau wir da verabschieden, fällt es uns auch so schwer die Angst vor Kontrollverlust los zu lassen.

Wir sind Menschen mit einem Verstand und wollen Erklärungen, Argumente haben. Ja klar, auch hier reden wir von einer Art Kontrolle. Kontrolle darüber, etwas verstehen zu können, es als notwendig und einleuchtend bewerten zu können, damit es für uns Sinn macht diese Gefühle so zu erleben.

Doch ohne Anhaltspunkt, ohne Kontrolle über den Sinn, fühlen wir uns hilflos und ängstlich. Oft kann das auch in Wut umschlagen. Das kommt auf den Menschen und seine Lebensumstände an.

Vertrauen und Loslassen ist hier die einzige gesunde Option.

Nachdem ich diese Zeilen zu Papier gebracht habe, fühle ich mich besser und bin sogar neugierig auf das was noch kommen mag.

Ich teile diesen sehr persönlichen Prozess und mein Gedicht „Es war nie anders“ mit Dir, weil ich weiß, dass ich nicht alleine bin und so vielleicht dem Einen oder Anderen Mut und etwas Orientierung geben kann.

Wir sind mehr als wir denken.

Wir sind Viele!

Lasst uns einander die Hände reichen und zusammen dem Sonnenuntergang entgangen laufen.

Sie mag zwar erst einmal unter gehen, aber sie geht am nächsten Morgen auch wieder auf!

Alles Liebe, Anja

P.S.: Wie sieht es bei Dir mit der Angst vor Kontrollverlust aus?

Autorin

Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.

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