In der letzten Folge ging es um Angst, Selbstzweifel, den inneren Saboteur und das Gefühl, sich vielleicht übernommen zu haben.
Heute nehme ich Dich mit auf eine Reise in meine inneren Räume. Ich zeige Dir an meinem Beispiel wie heilend es sein kann sich sein inneres Haus einmal genauer anzusehen und wie auch Du energetisch mit Dir arbeiten kannst.
Neulich habe ich nach neuen Reflexionsideen gesucht und bin auf „Die Reise durch die inneren Räume“ gestoßen. Es geht darum sich vorzustellen, dass das Innere ein Haus wäre. Welche Zimmer gibt es? Welches ist verschlossen? Wie sehen die Räume aus?
Diese Variante hat mir sehr gefallen und mich neugierig gemacht. Na dann, wollen wir uns heute mal mein Haus ansehen…
Es ist ein kleines hübsches Haus, mit einer Fassade aus unterschiedlich großen Natursteinen und einem reetgedeckten Dach. Gerade so groß, dass ich auch einen Rückzugsort für mich habe, aber nicht zu viel putzen muss oder ansammeln kann, was ich später wieder aussortieren muss. Obwohl, eigentlich hat es auch etwas für sich, wenn ich mal wieder aufräumen und Altes entfernen kann. Das fühlt sich hinterher so befreiend an.
Mir fällt gerade ein, wie ich einmal mit meinem Sohn ausgelassen im freigeräumten Keller getanzt habe, indem plötzlich so viel mehr Platz war. Dieser neu geschaffene Raum hat sich nicht nur äußerlich gut angefühlt, sondern auch innerlich.
Ich sehe auch einen schönen Vorgarten mit wunderschönen Blumen. Die Insekten fliegen hin und her. Schmetterlinge, Bienen, Hummeln – es herrscht ein reger Betrieb. Aber es soll ja eigentlich um die inneren Räume gehen.
Na gut, dann lass uns mal rein gehen.
Ich stehe nun in einem Flur.
Also mein Flur ist sehr eng. Überraschenderweise fühle ich mich hier nicht so wohl. Die Möbel wirken so erdrückend und haben eine ockerartige Farbe – so gar nicht mein Geschmack. Da fällt mir das alte Badezimmer ein, dass ich aus meiner Kindheit kenne. Die Fliesen hatten dieselbe Farbe und große Blumen waren drauf. Na ja, 70er Jahre-Schick halt.
Ich könnte nun weiter gehen, mir die anderen Räume ansehen, aber ich bin wirklich überrascht, dass der Flur so erdrückend auf mich wirkt. Da mir das alte Badezimmer eingefallen ist, hat dieser Zustand sicher irgendwie mit meiner Kindheit zu tun. Diese Verbindung stelle ich bestimmt nicht ohne Grund her.
Wofür steht so ein innerer Flur überhaupt? Das ist der Bereich, den die Besucher als erstes betreten, den der Postbote, der Nachbar oder jemand völlig fremdes sieht.
Wenn ich mich aber in diesem Flur schon so unwohl fühle, wie wirkt er dann auf andere? Von außen betrachtet würde ich wahrscheinlich denken: „Oh, da hat jemand lange nichts gemacht oder er steht halt auf die 70er Jahre.“ Vielleicht ist da aber auch eine Art Melancholie, der Wunsch danach alte Erinnerungen zu bewahren oder nicht loslassen zu können. Doch warum gerade dort, wo es alle sehen können?
Es stimmt schon, mit dem Loslassen habe ich nach wie vor so meine Probleme und ich hänge auch viel zu oft in der Vergangenheit. Auf der anderen Seite habe ich wirklich sehr viel vergessen – oder verdrängt, keine Ahnung. Vielleicht ist es die unbewusste Suche nach Antworten. Das Gefühl, dass es da noch etwas zu entdecken gibt. Etwas, das einiges in der Gegenwart erklären würde…
Dieser Flur, das bin nicht ich. Das ist nicht meine Energie und ich merke, dass mir das etwas den Hals zuschnürt. Ich fühle mich irgendwie fremd oder wie zu Gast in meinem eigenen inneren Flur. Wieso ist das so?
Na das geht ja spannend los.
Mein Blick fällt nun auf eine überladene Garderobe. Sie hängt voll mit alten schweren Mänteln, die nach Staub und Mottenkugeln riechen. Hier ist ewig nichts passiert. Erinnert mich fast ein bisschen an ein Museum.
Nur mit den Fingerspitzen und einem etwas angeekeltem Gesichtsausdruck, nehme ich die Mäntel von der Garderobe. Der Staub wirbelt auf, ich schließe die Augen und muss niesen.
Als ich meine Augen wieder öffne, sehe ich, an der Stelle wo vorher die dicken alten Mäntel hingen, ein Loch. Dahinter geht es aber nicht in einen weiteren Raum, sondern nach draußen. Mir kommt nun frische Luft entgegen, die nach Blumen und frisch gemähtem Rasen riecht. Ohne zu überlegen mache ich einen großen Schritt, und stehe im nächsten Moment unter freiem Himmel.
Vor mir steht ein Apfelbaum, Kinder rennen fröhlich um ihn herum. Sie spielen fangen und haben viel Spaß dabei. Sie lachen, kommen auf mich zu und rennen nun um mich herum, dann verschwinden sie aus dem Bild.
Mich macht diese Szene irgendwie traurig, keine Ahnung warum. Ich drehe mich um und sehe das Loch zum Flur hinter mir. Es ist noch da und scheint mir zuzurufen: „Du bist hier noch nicht fertig!“
Ich gehe also wieder zurück und trete erneut in den Flur. Sofort ist da wieder dieses drückende Gefühl, diese Enge. Jetzt fällt mir auf, dass es, bis auf die Haustür, keine weitere Tür gibt und ich bekomme nun innerlich den Satz rein: „Wenn Du hiermit durch bist, dann wird sich die nächste Tür zeigen.“
Ok, ich verstehe. Es darf also erst einmal etwas erkannt werden. Doch was?
Mmmhh…, dann versuche ich mal etwas tiefer zu forschen.
Der Flur ist sowas wie ein Zwischenraum. Nicht mehr außen, aber auch noch nicht so richtig innen. Vielleicht ist er eine Art Schwelle zwischen dem, was ich von mir zeige , und dem, was und wie ich wirklich bin.
Es ist der Raum, den andere zuerst betreten – also der Teil meines Selbstbildes, der nach außen sichtbar wird oder werden soll.
Wenn ich mich dort unwohl fühle, eng, fremd, eingeengt durch alte Möbel – bedeutet das dann, dass mein äußeres Auftreten (oder das, was ich meine zeigen zu müssen) nicht mehr mit meinem inneren Erleben übereinstimmt? Lebe oder präsentiere ich einen alten Ausdruck meiner selbst, der mir längst nicht mehr entspricht?
Dass der Flur im Stil der 70er Jahre ist – und mich an das Badezimmer meiner Kindheit erinnert – könnte darauf hinweisen, dass alte Prägungen, Muster oder emotionale Erfahrungen aus dieser Zeit noch im „Eingangsbereich“ meines Inneren stehen. Vielleicht unbewusst. Vielleicht auch aus Loyalität oder aus Angst vor dem Loslassen.
Das Badezimmer – ein Ort der Reinigung, der Intimität – könnte symbolisch darauf hinweisen, dass im Flur (also dem Kontakt zur Außenwelt) noch Themen von Scham, Verletzlichkeit oder Unsicherheit gespeichert sind.
Ja, Unsicherheit darüber etwas anders machen zu wollen, anders zu denken und zu fühlen. Wie oft müssen wir uns als Kinder anpassen und zurücknehmen: „Sei ein braves Mädchen…ein braver Junge!“
Meine Frage, „Wenn ich mich aber in diesem Flur schon so unwohl fühle, wie wirkt er dann auf andere?“ zeigt, dass da ein innerer Kritiker in mir lebt – einer, der befürchtet, ich könnte nachlässig, unmodern oder als jemand wirken, der zu stark am Alten festhält. Liegt dahinter vielleicht ein tieferer Schmerz: die Angst, nicht gesehen oder falsch verstanden zu werden, vielleicht sogar übersehen zu werden, weil die Außenwirkung nicht (mehr) das zeigt, was ich wirklich bin?
Vielleicht fällt es mir auch schwer loszulassen, weil etwas aus der Vergangenheit noch einmal gesehen, gewürdigt, vielleicht auch betrauert werden soll. Dieser altmodische Flur zeigt ja eigentlich auch genau das – meine Vergangenheit. Verstaubt, uralt und renovierungsbedürftig.
Tja, dann würde ich sagen, heißt es jetzt Ärmel hochkrempeln und anpacken.
Ich werfe also all die alten 70er Jahre Möbel aus der geöffneten Haustür. Während ich das tue, merke ich, dass sie gar keine Rückwände haben. Sie sehen aus wie Attrappen. Das erinnert mich an die Bücher- und Fernseherattrappen aus den Möbelhäusern. Einiges wirkt sogar, als wäre es angemaltes Styropor. Hat auch was von Filmstudio, irgendwie.
Umso leichter geht mir die ganze Aktion von der Hand. Nur die schweren Mäntel scheinen keine Attrappen zu sein. Sie sind wirklich unnatürlich schwer und so verstaubt, dass ich sie nur ganz vorsichtig nach draußen tragen kann. Mir kommt in den Kopf, dass etwas wertvolles in den Taschen sein könnte, aber alles in mir sträubt sich dagegen, dort hineinzufassen. Es ist als würde ich nichts damit zu tun haben wollen, mir nicht die Finger schmutzig machen wollen, mit Dingen, die mich nichts angehen…
Das wird ja immer interessanter. Gerade in solchen Momenten, in denen wir uns gegen etwas sträuben, etwas nicht „wollen“, dürfen wir erst recht genauer hinsehen und vielleicht sogar über unseren „Schatten“ springen.
Da haben wir es sogar, das Wort: „Schatten“ – Ja, es muss also etwas in meiner Vergangenheit liegen, vielleicht hat es sogar mit bestimmten Ahnenthemen zu tun (daher die verstaubten alten Mäntel). Etwas, das ich (noch) nicht ansehen möchte, nichts mit zu tun haben möchte. Wie sagte ich noch?: „Dinge, die mich nichts angehen…“ – aber sie müssen etwas mit mir zu tun haben, sonst würden sie sich nicht in meinem inneren Flur befinden.
Die Mäntel hingen auch noch vor diesem Loch in der Wand. Ein Loch, dass in die Natur führt, zu spielenden und lachenden Kindern. Einen Ort, an dem ich mich wohl fühle, wo ich durchatmen kann und frei bin. Versperren die verstaubten Mäntel den Zugang zu meinem verspielten inneren Kind? Zu meiner angeborenen Leichtigkeit? Erlaube ich mir nicht sie zu leben, weil etwas Schweres, Altes „davorhängt“?
Die Möbel ohne Rückwand, wie Attrappen und scheinbar aus einer Filmkulisse – in einem Flur, den Raum, den die Menschen als erstes sehen, wenn ich ihnen die Tür öffne…. Heißt das, ich zeige mich nicht so, wie ich eigentlich bin? Habe ich diesen 70er Jahre-Schick aus Styropor übernommen, weil ich meinte, so müsse das sein?
Ich entscheide mich nun doch, die Mäntel erst einmal extra zu packen. Da möchte ich später noch genauer hinschauen. In der Psychologie nennt man das glaube ich: „Dosierte Konfrontation“. Ja, ich denke das ist eine gute Idee. Schritt für Schritt und eins nach dem anderen.
Als Nächstes hole ich einen weißen Farbeimer heran und beginne den Flur zu streichen. Ich schrubbe den Boden, putze die Haustür und baue in das Loch zum Garten ein großes Fenster ein.
Schon viel besser! Ich stehe nun stolz vor dem Ergebnis. Alles strahlt und glänzt, wirkt hell, sauber und einladend. Ich freue mich schon darauf, die neuen Möbel auszusuchen. Während ich so darüber nachdenke, welche Farbe die neuen Flurmöbel haben sollen, formt sich plötzlich eine neue Tür am Ende des Flurs.
Die Türklinke glitzert für einen Moment kurz auf, als würde sie mich freundlich einladen wollen, sie herunter zu drücken.
…
Also das war jetzt wirklich überraschend für mich. Ich hätte niemals gedacht, dass es schon im Flur so aufregend und tiefgründig zur Sache geht.
Wenn Du Lust hast, sieh Dir doch auch einmal Deine eigenen inneren Räume an. Was siehst Du? Was fühlst Du?
Vielleicht helfen Dir auch Zettel und Stift in der Nähe, wenn Du etwas besonders Interessantes festhalten möchtest.
Wie sieht Dein Flur aus? Ist er eher klein oder groß? Schmal oder breit? Welche Farben siehst Du?
Fühlst Du Dich in ihm wohl? Ist da vielleicht etwas, das nicht so richtig passt?
Bräuchte Dein innerer Flur auch mal wieder eine Renovierung, oder kann er so bleiben?
Ich hoffe Du findest diese Art der Innenschau mindestens so spannend wie ich. Probiere es gerne einmal für Dich aus und wenn Du magst, schreibe mir gerne, wie es Dir ergangen ist.
Wenn es Dir schwer fällt selbst Bilder zu sehen oder Du Dir einfach eine energetische Begleitung wünschst, bin ich gerne für Dich da. Denn ja, das was ich heute mit Dir geteilt habe, ist eine Form von Energiearbeit und mit etwas Übung kannst Du das auch. Neben der Übung braucht es vor allem das Vertrauen – in Deine eigenen Bilder und Empfindungen.
In der nächsten Folge sehe ich mir die alten Mäntel einmal etwas genauer an. Wenn Du in Deinen inneren Räumen vielleicht auch alte, verstaubte Dinge gefunden hast, lade ich Dich herzlich ein, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.
Alles Liebe ❤️
Möchtest Du Energiearbeit für die Ohren?
Dann geht es HIER zum Podcast.
Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.