Herzfalter

Eine traumatische Geburt

…und ein heilsamer Satz

Geburt Trauma Herzfalter Blog
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16.04.2024

Die Geburt meines Sohnes war keine leichte, doch ich habe mir damals nicht die Zeit für eine Aufarbeitung genommen. Es war ja gut gegangen und vorbei. Der neue Alltag mit Baby lenkte mich ab und die Jahre gingen ins Land.

Ich versuchte ihm vieles abzunehmen, wollte es ihm leichter machen, schob mein Verhalten auch manchmal auf meine Ungeduld, aber ich meinte es grundlegend gut.

Doch irgendwann wurde die innere Stimme lauter und sie stellte mir die Frage: „Hilft ihm das für sein weiteres Leben wirklich weiter, was Du hier machst?“

Das „Nein“ in mir kam immer sehr schnell, quasi aus dem Bauch heraus und trotzdem blieb ich in alten Mustern hängen, denn ich wollte schließlich nur das Beste für ihn. Das war schon wie ein Zwang, schien sich zu verselbständigen. Ich nahm ihm etwas ab und während ich dies tat, wusste ich zeitgleich, dass das kontraproduktiv ist, ihm nicht weiter hilft, wenn er doch zu einem selbständigen und selbstbewussten Menschen heran wachsen soll.

Hinterher ärgerte ich mich oft über mich selbst. Da waren zwei Mütter in mir. Die eine, die loslassen konnte, den weiten Blick hatte, wusste, dass es wichtig für ihn ist selbst Fehler zu machen und zu lernen mit Frust und Enttäuschungen umgehen zu können. Und dann war da die Andere, die einfach immer wieder die gleichen Handlungen abspulte, obwohl sie spürte, dass das der falsche Weg ist. Das war wie im Hamsterrad laufen und sich nicht trauen abzuspringen. Ja, aber warum nicht? Was sollte denn schon passieren?

Da war die Angst vor Kontrollverlust, Angst vor dem Versagen, Angst davor ihn alleine zu lassen, nicht für ihn da zu sein. Das wurde mir bewusst, aber beenden konnte ich es trotzdem nicht.

Vor einigen Tagen las ich in einem Buch folgendes Beispiel für einen Glaubenssatz:

„Wenn ich den anderen nicht im Blick habe, geht es ihm schlecht und ich verliere ihn.“

Und da machte es „klick“, die Tränen stiegen mir in die Augen und ich sah sofort Szenen der Geburt vor mir.

Aufgrund falsch eingestellter Schmerzmittel war es mir damals nicht mehr möglich aktiv am Geburtsprozess teilzunehmen. Ich war zwar bei vollem Bewusstsein, aber ich spürte nichts mehr. Die Herztöne meines Sohnes wurden schwächer, er musste mit der Saugglocke heraus geholt werden. Eine Schwester stemmte sich währenddessen brutal auf meinen Oberkörper, um ihn nach unten zu schieben. Alles war so surreal. Als er heraus kam weinte er nicht und sie verließen mit ihm sofort den Raum. Ich habe noch nicht einmal einen kurzen Blick auf ihn werfen können.

Wenig später lag er zwar, gesund und warm eingewickelt, auf meiner Brust, schaute mich mit seinen großen, offenen Augen an, aber ich stand immer noch wie neben mir.

Diese Hilflosigkeit, dieses „ausgeliefert sein“ war für mich sehr traumatisch, aber das realisierte ich erst so richtig, als ich diesen Glaubenssatz in dem Buch lass.

Ich konnte ihm nicht helfen, war nicht für ihn da. Ich schaffte es nicht alleine und das bedeutete für ihn Schmerz und Schock.

Ich hatte ihn nicht im Blick, es ging ihm schlecht und ich hätte ihn verlieren können.

Noch viele Wochen nach der Geburt schreckte er oft hoch wenn er schlief, seine kleinen Arme und Beine zuckend von sich gestreckt. Er begann diese traumatische Erfahrung zu verarbeiten. Als hätte er es für uns beide übernommen, denn ich machte mir zu dieser Zeit keine bewussten Vorwürfe, dachte nicht mehr groß darüber nach, aber mein Unterbewusstsein hatte die Gefühle von Schuld und Angst bereits tief in sich abgespeichert.

Deswegen nehme ich ihm zu viel ab, deswegen die Angst loszulassen. Das hätte bedeutet ich würde wieder die Kontrolle verlieren und er wäre auf sich allein gestellt. Und wenn ich nichts unternehme, dann bedeutet das für ihn Schmerz. Das war jedenfalls das Programm, dass sich in mir gebildet hatte und aufgrund dessen traute ich mich nicht aus dem Rad auszusteigen.

„Eigentlich ist es doch so logisch. Das ich nicht früher darauf gekommen bin?“, dachte ich bei mir. Doch die Zeit war anscheinend noch nicht reif und wir beide, mein Sohn und ich, durften erst noch weitere Erfahrungen sammeln.

Auch wenn andere Menschen uns vielleicht schon auf etwas hinweisen oder uns die Lösung praktisch vor die Nase halten, auf einem Teller servieren, so macht es doch erst wirklich „klick“, wenn wir selbst soweit sind zu begreifen.

Es braucht die inneren Bilder und Emotionen dazu, die sich genau dann zeigen, wenn der richtige Impuls gesetzt worden ist, zur richtigen Zeit. Dann ist das wie ein Stromschlag der durch unser System fährt und in unserem Verstand eine Verbindung schafft, die es ermöglicht im gesamten Körperprozess zu heilen.

Die bildhaften Erinnerungen und das Gefühl dazu bilden gemeinsam mit dem Verstand eine heilsame Symbiose.

Wichtig ist dabei die Emotionen zuzulassen, sich nicht vom Schmerz abzulenken sondern tief rein zu gehen, auch wenn es sich im ersten Moment alles andere als gut anfühlt. Nur wenn wir offen sind für Heilung, sprich die bisher unbewussten Blockaden durchfühlen und erlauben, können sie noch einmal durch unseren Körper fließen und sich anschließend verabschieden.

Viele Frauen erleben traumatische Geburten, aber der Alltag und das „funktionieren müssen“ holen uns zu schnell ein. Wir schieben die unangenehmen Gefühle tief ins Unbewusste, weil wir Kraft für unser Baby brauchen.

Es bräuchte eine Seelsorge auch für frische Mütter, damit die Geburt unterstützend verarbeitet werden kann. Noch besser wären natürlich möglichst natürliche, harmonische Geburten, fern ab von „Kranken-Häusern“, aber das ist ein anderes Thema.

Wir dürfen uns im Laufe des Lebens immer mal wieder fragen, ob bestimmte Themen oder Verhaltensmuster, aus denen wir nur schwer heraus kommen, mit vergangenen (traumatischen) Erlebnissen zu tun haben könnten.

Erkennen wir ein Problem und möchten es lösen, reicht es meist schon die Absicht ins Feld zu schicken, damit wir eines Tages einen Satz in einem Buch lesen oder von einem anderen Menschen hören und es „klick“ in uns macht.

Geben wir uns dann dem Heilungsprozess hin, macht uns das stark und wir haben wieder ein kleines Puzzleteil gefunden, dass uns ein Stück vollständiger werden lässt.

Alles Liebe,

Anja

 

P.S.: Wenn Du Unterstützung brauchst und persönliche Erlebnisse, Blockaden sowie Glaubenssätze gemeinsam mit mir in einer energetischen Sitzung ansehen und wieder ins Fließen bringen möchtest, dann melde Dich gerne bei mir.

Autorin

Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.

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