Das Dauerpfeifen im Ohr kann ganz schön an die Substanz gehen. Wie bei fast allen Beschwerden ist allerdings auch hier ausschlaggebend, wie wir damit umgehen. Wollen wir etwas weg haben, sind im Widerstand, vielleicht wütend und frustriert, dann hilft das weder uns noch dem Symptom um zu verschwinden.
Nehmen wir uns jedoch die Zeit und setzen uns damit auseinander, kommen wir vielleicht sogar selbst bis zur Ursache.
Abgesehen von einem zu lauten Konzertbesuch, steckt meist eine tiefere Botschaft hinter dem Piepsen. Es will uns anscheinend penetrant etwas klar machen oder uns vor etwas schützen, vielleicht auch beides.
Konzentrieren wir uns einmal, ganz in Ruhe und in einem stillen Raum, auf dieses Ohrgeräusch, achten dabei auch auf andere Körpersymptome und auf unsere Gedanken, können erstaunliche Dinge an die Oberfläche kommen. Außerdem können wir direkt Fragen stellen, wie: „Was willst Du mir sagen?“
Vielleicht kommen dann Sätze in uns hoch wie: „Ich kann`s nicht mehr hören!“, „Ich will das nicht hören!“, „Ich darf das nicht hören!“ oder auch: „Höre doch endlich zu was ich Dir zu sagen habe!“.
Ja, manchmal kann Tinnitus auch ein Zeichen sein mehr nach Innen zu gehen und weniger nach Außen. Das Pfeifen zwingt einen dann sozusagen dazu hinzuhören und im HIER und JETZT zu sein, ganz nach dem Motto: „Hier spielt die Musik!“.
In dem Buch „Der Schlüssel zur Selbstbefreiung“ von Christiane Beerlandt wird als Kernursache sogar das eingeschlossen sein in der eigenen negativen oder dunklen Gedankenwelt genannt. Auch hier spricht sie davon, dass nicht auf das tiefste Selbst gehört wird, weil Widerstand, Sturheit oder Angst uns davon abhalten. Es würde sich eher auf das Düstere der Welt und die „Sünden“ der Anderen fixiert anstatt wirklich im HIER und JETZT, in der Realität zu leben. Durch die Überzeugung „Ich weiß es ja doch am besten“ würden sich Betroffene in die eigene, mit Vorurteilen behaftete Fantasiewelt, einsperren.
Klingt vielleicht erst einmal etwas hart, besonders für Betroffene (wie mich zum Beispiel – ich habe seit 30 Jahren den kleinen nervigen Musiker im Ohr), aber es schadet nicht sich damit auseinander zu setzen und sich selbst ganz ehrlich zu fragen, ob da etwas dran sein könnte. Nebenbei gesagt, je emotionaler wir nämlich auf bestimmte Aussagen reagieren, umso genauer dürfen wir hinsehen, denn es würde uns am Allerwertesten vorbei gehen, wenn es nichts mit uns zu tun hätte.
Doch zurück zu der Aussage von Frau Beerlandt und der Gedankenwelt: Ich habe mir zum Beispiel die (negativen) Umstände früher oft schön geredet und in meiner inneren Gedankenwelt sah es eher rosarot aus, weil ich Angst davor hatte, mich mit einer unangenehmen Situation oder einem schwierigen Menschen auseinander zu setzen. Ich hätte mich dem vielleicht eher stellen sollen, um zu wachsen, anstatt mich in die heile Fantasiewelt zu flüchten und meinen Körper damit irgendwann dazu zu nötigen mir auf die (Ohr-)Nerven zu gehen. Ich war einfach nicht ehrlich zu mir selbst.
Zu dem in dem Buch genannten Satz: „Ich weiß es ja doch am besten“ fällt mir gerade ein, dass ich als Teenager auch gerne die Meinung vertrat: „Alle doof, außer ich!“. Abgesehen davon habe ich im Laufe meines Lebens viele Dinge hören müssen, die mir nicht gefallen haben. Das geht sicher allen so, aber die Frage ist, wie gehen wir damit um? Durch meine Flucht in die „heile Fantasiewelt“, weg von mir selbst, ohne für mich einzustehen, hat sich anscheinend etwas angestaut, dass sich dann irgendwann seinen Weg gesucht hat und mir bis heute monoton klar macht, dass ich gefälligst genauer hinsehen bzw. hören darf, wie es wirklich in mir aussieht.
Ich habe auch schon öfters gesagt bekommen, dass ich nur das höre, was ich hören will. Interessant, das hat sicher auch irgendwie mit dem Tinnitus zu tun, sonst würde es mir nicht gerade jetzt einfallen. Ja klar, ich werde durch ihn sozusagen gezwungen etwas zu hören, was mir nicht passt. Eigentlich logisch und so einfach, irgendwie.
Genau darum geht es. Wenn wir uns Zeit nehmen, etwas forschen und bewusst nach Innen lauschen, dann kommen die Antworten schon, aus uns selbst heraus, aus unseren Erfahrungen, unserem eigenen Leben.
Das was wir in Büchern lesen oder was uns andere Menschen erzählen kann uns immer als Impuls dienen, aber damit wir zum Kern kommen können, zu unserem persönlichen Thema, braucht es die eigenen Gedankengänge.
Beginnen wir die Ursache zu erkennen, liegt es an uns etwas zu ändern. Das gelingt sicher nicht von heute auf morgen, aber wir können mit dem anfangen, was uns am leichtesten fällt. Je nachdem, was Du für Dich persönlich heraus gefunden hast, geht es dann vielleicht darum sich mehr aufs HIER und JETZT zu konzentrieren, seine eigenen Bedürfnisse klar zu kommunizieren oder nicht weg zu hören…. Das ist ganz individuell und von daher kann es keine allgemeine Lösung für alle geben.
Ich hatte am Anfang erwähnt, dass wir auch auf unsere Körpersymptome achten sollen, wenn wir uns auf das Ohrgeräusch konzentrieren. Bei mir kam zum Beispiel Wut hoch, mein Körper wurde enger und mein Hals ging etwas zu. Das hatte was von „sich zurück halten“, nicht tun oder sagen, was man wirklich denkt und fühlt. Doch diese Energie will irgendwohin. Wenn sie über eine lange Zeit, immer wieder, nicht fließen darf, wie sie eigentlich möchte, muss sie sich zwangsweise einen anderen Weg suchen. Da sie nicht nach Außen kann, sich nicht „aus-leben“ darf, bleibt sie im Körper haften, sammelt sich dort und irgendwann läuft das Fass über. Wir bekommen dann die Quittung in Form von körperlichen oder psychischen Beschwerden.
Wie fühlt sich Dein Körper an, wenn Du Dich auf den Tinnitus konzentrierst?
Möchtest oder kannst Du etwas oder jemanden in Deinem Leben nicht mehr hören?
Hast Du zu vieles anhören müssen, dass Du am liebsten wieder vergessen willst?
Hörst Du Dir selbst zu?
Kommen Bilder oder Sätze aus der Vergangenheit in Dir hoch, wenn Du Dir diese Fragen stellst?
Wie hast Du Dich damals gefühlt? Was hast Du gedacht?
Wenn die Antworten, Gefühle oder Bilder sich nicht sofort zeigen, macht das nichts.
Lass Dir Zeit, mach eine Pause und probiere es an einem anderen Tag noch einmal.
Alleine Deine Absicht, dem auf den Grund zu gehen, signalisiert Deinem Körper, dass Du bereit bist hinzusehen, hinzufühlen und hinzuhören. Manchmal möchte er Dich vielleicht auch etwas testen, um zu sehen, wie ernst es Dir wirklich ist 😉 .
In meinem Ohr piepst es gerade weiterhin fleißig vor sich hin, aber das heißt nicht, dass nichts passiert wäre. Die kleinen AHA-Effekte sind nicht zu unterschätzen und wir dürfen im Vertrauen bleiben, dass alles so kommt – oder geht – wie es soll.
Alles Liebe,
Anja
P.S.: Möchtest Du herausfinden, was Dein Körper Dir mit bestimmten Symptomen sagen möchte? Dann melde Dich gerne bei mir, oder sieh Dich zuerst auf meiner Angebotsseite um, ob etwas dabei ist, das Dir helfen kann.
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder therapeutische Diagnose. Körperliche Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Die hier beschriebenen psychosomatischen Impulse verstehen sich als zusätzliche Einladung zur Selbstreflexion und inneren Betrachtung.
Ich habe bereits einige Beiträge geschrieben, die zu diesem Artikel sehr gut passen und Dir die Möglichkeit bieten, noch tiefer zu tauchen, wenn Du das möchtest:
https://herzfalter.de/dein-koerper-spricht-zu-dir/
https://herzfalter.de/von-der-lauten-stimme-zur-inneren-stille/
https://herzfalter.de/wie-du-wieder-in-deine-kraft-kommst/
https://herzfalter.de/die-innere-balance/
https://herzfalter.de/das-laute-rauschen-gedankenstille/
https://herzfalter.de/leichtigkeit-finden-so-laesst-du-blockaden-los/
https://herzfalter.de/selbstfuersorge-statt-selbstaufgabe/
https://herzfalter.de/die-angst-vor-ablehnung/
https://herzfalter.de/wie-leicht-darf-dein-leben-sein/
Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.