Im Laufe unseres Lebens wachsen nicht nur wir und unser Horizont, sondern auch unsere Verantwortung und die Aufgaben die wir zu erledigen haben. Stehen wir auf eigenen Füßen möchten wir etwas bewegen in der Welt, etwas schaffen, vorwärts kommen.
Anfangs stürzen wir uns mit Begeisterung ins „Abenteuer Leben“. Wir fühlen uns stark, voller Energie und Neugierde und sollten wir einmal hinfallen, stehen wir auf, klopfen uns schnell den Staub ab, blicken nicht lange zurück und gehen weiter. Vorwärts, so weit die Füße des Lebens uns tragen.
Doch irgendwann kommen wir in eine Phase, in der es anfängt zu stocken und mehr Steine als üblich auf unserem Weg liegen. Wir fangen dann an im Slalom zu laufen oder es braucht eine kleine Kletterpartie. Wir müssen uns viel mehr konzentrieren und unser Tatendrang wird gebremst. Es wird zäher und wir brauchen nun auch ab und zu eine Pause. Zeit zum Durchatmen. Komisch, irgendwie ging das mal leichter.
Plötzlich bemerken wir den Rucksack auf unserem Rücken, der vorher nicht dort war. Je mehr Jahre ins Land ziehen, umso schwerer wird er. Erinnerungen an schwere Zeiten wiegen mehr als die guten. Wir lassen den alten Ballast nicht zurück, weil wir denken wir bräuchten ihn, er wäre wichtig und irgendwie auch ein Teil von uns. Wir fühlen uns verpflichtet und fangen langsam an uns an das zusätzliche Gewicht zu gewöhnen. Das gehört wohl dazu, meinen wir.
Haben wir am Anfang unserer Wanderung noch die Natur mit ihren Tieren und Pflanzen um uns herum genossen, sind stehen geblieben um an einer schönen Blume zu riechen oder den Sonnenuntergang zu genießen, so ist dafür jetzt keine Zeit mehr. Wir nehmen es nicht mehr wahr. Andere Dinge sind nun wichtiger, besonders das „Vorwärts kommen“. Unser Blick wird strenger und konzentriert wird ein Fuß vor den anderen gesetzt, ohne das Bewusstsein was eigentlich unser Ziel ist oder war. Wir haben es vergessen und sehen die schönen Parkbänke, Abzweigungen und einladenden Pfade gar nicht, die an uns vorbei ziehen.
Die Erschöpfung holt uns irgendwann ein. Wir leiden vielleicht unter Depressionen, Burnout oder einem Gefühl von Sinnlosigkeit. Ein schleichender Prozess, der uns eines Tages vor Augen führt, dass wir uns im Kreis drehen und den Spaß am Leben ein Stück weit verloren haben.
Werden wir durch eine Krankheit gezwungen eine Pause zu machen, können wir nicht länger verdrängen oder beiseite schieben. Wenn die Seele streikt und der Körper eine Vollbremsung hinlegt, beginnt die Suche nach Hintergründen und Lösungen.
Wir fragen uns dann:
„Was genau ist mir zu viel?“
„Wo gebe ich mehr als mir gut tut?“
„Wann habe ich das letzte Mal nur etwas für mich getan?“
„Was macht mich glücklich und wann fühle ich mich frei?“
Arbeit, Familie, die Pflege Angehöriger, zu wenig Schlaf und fehlende Zeit nur für uns selbst. Irgendwann hat sich die Sanduhr leer gelaufen. Wir fühlen uns überfordert, erschöpft und werden krank.
Spätestens jetzt sollten wir unser Leben unter die Lupe nehmen und uns fragen, was wir tun können, damit wir wieder in unsere Kraft kommen und diese auch künftig beibehalten.
Wir haben alle (aktive, vorwärtsdrängende) männliche und (passive, empfangende) weibliche Anteile in uns. Der natürliche, gesunde Zustand sollte beide Qualitäten in der Waage halten. Wenn es uns nicht gut geht, wir aus unserer inneren Balance gefallen sind, haben wir die Möglichkeit zu überprüfen, welcher Anteil in uns die „Oberhand“ gewonnen hat.
Dann ist es sehr hilfreich einmal genauer hinzusehen und sich bewusst zu machen, was fehlt. Dazu werde ich in einem der nächsten Beiträge eine Übung vorstellen, die mir selbst auch schon sehr geholfen hat.
Geht es uns schlecht, fühlen wir uns oft verletzlich und schutzlos. Die Lebensfreude fehlt und die Verantwortung wächst uns über den Kopf. Wie gerne wären wir wieder das kleine Kind, dass unbeschwert und voller Neugierde das tägliche Geschenk des Lebens, im Hier und Jetzt, annehmen kann.
Ganz unabhängig davon, ob Deine Kindheit eher steinig oder sorgenfrei war, so lebten doch diese ganz bestimmten Eigenschaften in Dir, die nur Kinder haben. Die Welt ist ein einziger Abenteuerspielplatz, auf dem alles möglich ist. Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Als Kinder haben wir unsere Gefühle sofort impulsiv nach Außen abfließen lassen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob unsere Reaktion vielleicht „unangebracht“ sei. Es hat uns einfach nicht gekümmert, denn diese Emotion musste einfach raus. So schnell wie sie gekommen war, so fix war sie auch wieder verschwunden. Anschließend wirkte es, als wäre nie etwas gewesen.
Werden wir älter, fangen wir an bestimmte Emotionen zu steuern, sie gezielt einzusetzen, oder sie zu unterdrücken. Beide Varianten sind ungesund und füllen unseren Rucksack. Dabei ist es so wichtig sich diese Gefühle einzugestehen, sie sich anzusehen und dann zu entscheiden, wie mit ihnen auf gesunde Weise umgegangen werden kann.
Warum werden wir Eltern oft so nervös, unruhig und geraten selbst in Stress, wenn unser Kind seine Wut oder Trauer direkt ausdrückt? Es ist uns oberflächlich betrachtet vielleicht unangenehm, denn „Was sollen denn die anderen Menschen denken?“……, aber hat es nicht auch immer etwas mit uns zu tun? Spiegeln uns die Kinder das, was wir uns selbst nicht mehr erlauben?
Darum ist es, finde ich, so wichtig auch mal ins Kissen zu schreien oder drauf zu boxen. Hemmungslos, laut und mit viel Kraft zu weinen. Warum nicht auch mal wieder dabei mit den Füßen auf den Boden stampfen?
Bist Du für Dich und Dir ist danach, dann lass es einfach zu und werde wieder für einen Moment zu einem kleinen wütenden Kind. Mit verheulten roten Wangen und Herzklopfen bis zum Hals wirst Du Dir anschließend vielleicht sogar im Spiegel wieder ein Lächeln schenken können.
Hast Du Dich einmal darauf eingelassen wirst Du merken, wie befreiend das ist und wie schnell Dein ganzes Energiesystem herunter fährt. Als hättest Du eine anstrengende Sporteinheit hinter Dir, mit anschließendem Saunagang.
Plötzlich ist da diese innere Stille und Zufriedenheit. Es ist dann wieder gut. Du bist in Deiner Balance und fühlst Dich im Einklang mit den Gegebenheiten des Lebens. Obwohl Du zwar körperlich erschöpft bist, ist da diese neue Kraft die von Innen kommt. Du hast Losgelassen.
Wir nehmen im Leben viel zu oft die Position der Eltern ein, stellen uns vor unser inneres Kind und sagen ihm es solle sich zusammen reißen. Für den Moment, im Alltag, mag das angebracht sein, aber sobald wir für uns sind und uns den Raum geben, dürfen wir uns ruhig erlauben die Emotionen fließen zu lassen.
Du kannst Dir selbst helfen Deine innere Ausgeglichenheit wieder zu finden.
Du bist viel stärker als Du vielleicht glaubst!
Je öfter Du Dir erlaubst Deine inneren Ventile zu öffnen, umso leichter und schneller fließen die negativen Emotionen ab. Der Rost am Scharnier hat sich gelöst und das schmerzhafte Quietschen ist verschwunden.
Fühlst Du Dich erschöpft und überfordert, schlägt Dein Körper Alarm, dann halte inne, frage Dich selbst ganz ehrlich was Du brauchst und gönne Dir auch mal hin und wieder eine Verabredung mit Deinem inneren Kind. Dann könnt ihr gemeinsam tobend, weinend und stampfend die Ventile öffnen, euch anschließend im Spiegel anlächeln und die Ruhe und Zufriedenheit genießen, die sich im Inneren einstellt.
Plötzlich merken wir, dass der Rucksack kaum noch etwas wiegt. Wir richten uns auf, atmen tief durch und nehmen die Schönheit wahr, die uns umgibt.
Alles Liebe,
Anja
P.S.: Möchtest Du Deinen Rucksack etwas leichter machen und mit mir gemeinsam ansehen, welche Blockaden Dich aktuell beschweren? Dann melde Dich gerne bei mir oder sieh Dir meine Angebotsseite einmal an. Vielleicht ist ja auch die persönliche 1:1 Begleitung etwas für Dich.
Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.