Wie schwer Selbstliebe ist, fällt einem doch erst so richtig auf, wenn man bereits schön tief in eigenen Problemen sitzt. Reichen sich Selbstzweifel, Selbstverurteilung und Selbsthass die Hand, dann kommt man nur schwer bis gar nicht dazwischen, um diese Versammlung aufzulösen.
Wie ein eingeschworenes Team haken sich die Drei unter. Da ist kein Durchkommen mehr. Man fühlt sich unterlegen, ausgeliefert und schwach. Es ist als würden sie sich, wie eine Mauer, vor das eigene Herz stellen. Es hilft also alles nichts, wir müssen da durch, ob uns das passt oder nicht. Wollen wir bei der Selbstliebe ankommen, dann müssen wir das, was uns im Weg steht, ansehen, annehmen und auflösen bzw. es gehen lassen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht.
Gesellen sich dann auch noch Verbitterung, Groll und Wut dazu, haben wir scheinbar eine ganze Armee von Gegnern vor uns stehen, die wir bekämpfen wollen. Doch genau das ist ein weiteres Problem. Solange wir nicht annehmen können, dass wir selbst diese sogenannten Gegner in uns erschaffen haben, solange wir uns in einem Kampfmodus befinden, sind wir im Widerstand und schwingen zu niedrig, als das wir heilende Schritte unternehmen können. Wir stehen uns also selbst im Weg. Und genau dann entsteht diese nie enden wollende Spirale nach unten, die uns fühlbar immer tiefer hinein zieht und es schwerer und schwerer wird, alleine wieder heraus zu kommen.
Ich befinde mich gerade selbst in solch einer gefühlten Abwärtsspirale, aber ich bin auch an dem Punkt, an dem ich mich nicht länger mit Ablenkungen im Außen davonstehle oder versuche es auszusitzen, bis es irgendwie und irgendwann vorbei geht. Nein, ich bin es satt mich selbst immer wieder schlecht zu machen, mich ins Opferbewusstsein zu flüchten, mich selbst zu bemitleiden und das Außen, die Anderen verantwortlich zu machen für Gefühle, Gedanken und Muster, die in mir entstanden sind.
Ja, Wut ist auch etwas das niedrig schwingt und einen eigentlich noch mehr nach unten zieht, aber manchmal kann sie auch eine kraftvolle Unterstützung sein, wie der Rettungsring, der einen davor bewahrt unter zu gehen, wenn man meint nicht mehr schwimmen zu können oder zu wollen. Oder wie die Flamme einer Fackel, die den dunklen, feuchten Kellerraum beleuchtet und uns dabei hilft die dreckigen Ecken zu sehen, damit sie endlich mal sauber gefegt werden. Bereits festgetretener Dreck kann mit Wut im Bauch viel einfacher entfernt werden. Wenn Du schon einmal im aufgebrachten Zustand geputzt hast, wirst Du wissen was ich meine 😉 .
Ich finde also, Wut darf sein und muss raus, wenn sie in uns brodelt. Hauptsache wir lassen die Anderen in Ruhe und machen das mit uns aus. Ein Kissen, ein Box Sack, der Kleiderhaufen oder der Dreck in der Badewanne sind da hilfreiche Optionen. Dann, wenn der Zorn verraucht ist und wir erschöpft sind, ist ein guter Zeitpunkt gekommen um erneut in den Körper hinein zu spüren. Meist fällt uns dann plötzlich auf, dass es ganz automatisch auch im Kopf ruhiger geworden ist und wir sogar im Oberstübchen zu erschöpft sind, um uns selbst weiter runter zu machen.
Dasselbe passiert auch, wenn wir der Trauer in uns Raum geben, unsere Tränen fließen lassen, sie da sein dürfen, ohne dass wir sie herunter schlucken und uns zusammen reißen (wir „reißen“ uns zusammen…spannend, denn wenn etwas zerrissen wird klingt das nicht gerade liebevoll, oder?).
Ich habe es schon öfters erlebt, dass wenn wir Dampf abgelassen haben, gerade in der dann anschließenden „Verschnaufphase“ originelle Gedankenblitze im eigenen Kopf auftauchen, die vieles plötzlich klarer sehen lassen. Da kommen dann manchmal sogar innere Impulse und Ideen durch, um bestimmte Probleme anzugehen. Wir verstehen dann plötzlich Verhaltensweisen von uns besser, bekommen eine Erklärung dafür woher etwas kommt und warum es noch da ist. Wenn das der Fall ist, kann die nächste Phase beginnen.
Die Phase der Annahme. Wir dürfen nämlich unseren Verstand mitnehmen und brauchen ihn sogar, damit wir etwas in uns verändern können. Das ist wie mit Affirmationen, die man vor sich hin rattert, immer und immer wieder und doch mit dem eigenen Verstand so gar nicht dahinter steht, es außerdem einfach nicht fühlt.
Erleben wir jedoch diesen inneren Prozess, mitsamt all seinen Gedanken und Körperempfindungen mit, dann speichert sich das in uns als Erfahrung ab, die jederzeit wieder abrufbar ist und sich in unserem System als erlebtes Gefühl ausbreitet.
Seinem Spiegelbild zu sagen, dass man es liebt, ist schön und gut und macht auch etwas mit uns (mir ist das zum Beispiel irgendwie unangenehm und ich fühle mich blöd dabei), aber lieben wir uns deswegen plötzlich mehr? Nein, denn es braucht noch die Sicht auf die eigene innere Mauer, die Herzwächter. Wie auch immer sie heißen…..Selbsthass, Selbstverleugnung, Selbstzweifel oder was gerade bei jedem Einzelnen das Thema ist, das sind die Stationen, an denen wir einen Stopp einlegen dürfen und uns mit ihnen auseinander setzen sollten, damit wir wirklich weiter kommen, an ihnen vorbei, Richtung Herz und hin zur Selbstliebe.
Wie mache ich das? Wo fange ich an? Was muss ich tun?….alles ganz normale und verständliche Fragen, die dann auftauchen. Doch so einfach ist es nicht. Es gibt keine Gebrauchsanweisung dafür, jedenfalls keine Allgemeine, denn jeder Mensch hat seine individuelle Vergangenheit, seine persönlichen Erfahrungen und Traumen, kleine und große, viel davon oder wenig.
Es braucht unbedingt das Gespür für sich selbst und das kann erst dann entstehen, wenn wir uns mit uns und unseren Gefühlen und Körperempfindungen auseinandersetzen. Das braucht manchmal eine brutale Konfrontation mit den eigenen Schattenthemen, ein Aushalten von gefühlter Hilflosigkeit, Angst, Verzweiflung und Wut.
Viel zu schnell wollen wir diese Zustände „weghaben“, sie bloß nicht mehr spüren, flüchten uns in Ablenkungen (Fernseher oder Radio an, einen Roman lesen, der Griff zum Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln, Freunde treffen, laufend unterwegs sein, Party machen, Sex …..), was auch immer, Hauptsache wir müssen uns nicht länger mit dem auseinander setzen, was schmerzt, etwas in uns eng macht und wir das Gefühl haben, keine Luft mehr zu bekommen.
Bleiben wir aber dran, stellen uns all dem was dazu gehört, dann, und erst dann, werden wir erleben, dass sich das Atmen automatisch wieder einstellt, wir dadurch wachsen und endlich heilen können. Auch wenn die Ablenkung sich doch so viel leichter anfühlt, für den Moment, so macht sie letztendlich die Mauer nur dicker und irgendwann stellt sie sich mit brutaler Gewalt auf unsere Füße, so dass wir nicht mehr anders können, als uns ihr zu widmen. Allerdings wäre dieser Weg viel schwerer und schmerzhafter als nötig.
Wir müssen ihn auch nicht alleine gehen. Wir dürfen uns Hilfe holen. Es ist kein Zeichen von Schwäche diese auch anzunehmen, im Gegenteil, denn das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Sei stolz auf Dich, für jeden einzelnen Schritt den Du gehst, denn damit hast Du eine erste große Hürde genommen. Du zeigst Dir damit, dass Du Dich auf Dich selbst verlassen kannst. Du übernimmst Verantwortung für Dein Leben.
Deine Absicht, einen Fuß vor den anderen zu setzen, in Deiner Zeit und Deinem Tempo, zeigt den Herzwächtern in Dir wie ernst es Dir ist und sie werden Dir dankbar entgegen kommen, denn eigentlich wollen sie nur eins – gesehen werden.
Alles Liebe,
Anja
Hallo, ich bin Anja, Energetikerin, Gründerin von Herzfalter und Entwicklerin der innovativen Genomantik-Methode.
Mit energetischen Sichtungen, 1:1-Begleitungen, Blogbeiträgen, Videos, Kursen und meinem Podcast unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Entwicklung zu fördern und Blockaden zu überwinden. Mit Herz und Intuition helfe ich Dir, Deinen eigenen Weg zur Selbstheilung und Transformation zu finden. Meine Vision ist eine Welt, in der sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärke bewusst werden, sich nicht länger von anderen abhängig fühlen und alle Möglichkeiten kennen und anwenden, um sich selbst zu heilen.